Vom Schwinden einer Selbstverständlichkeit

 

Warum wir schlafen ist bis heute nicht abschliessend geklärt. Noch immer ranken sich zahlreiche Geschichten und Mythen rund um das Thema Schlaf. Sicher ist, wir alle müssen schlafen – es ist ein menschliches Grundbedürfnis. Im Schlaf erholt sich unser Körper und Geist. Zu wenig Schlaf schadet unserer Gesundheit.

In der 24-Stunden-Gesellschaft wird die Bedeutung des Schlafes jedoch noch immer unterschätzt. Häufig wird er als Zeitverschwendung betrachtet und Langschläfer gelten als faul. Unsere ständige Erreichbarkeit wirkt sich zusätzlich negativ auf die nächtliche Ruhe aus. Wir schlafen immer weniger, unregelmässiger und viele von uns zunehmend schlechter. Der natürliche Schlaf-Wach-Rhythmus gerät aus dem Takt, Schlafdefizite bauen sich auf und führen zu einer übermüdeten Gesellschaft. Kein Wunder befassen wir uns heute immer stärker mit unserem Schlafverhalten, denn erst, wenn der Schlaf nicht mehr reibungslos funktioniert, wird ihm Beachtung geschenkt. Zeichnet sich in unserer Kultur also gerade ein Paradigmenwechsel ab?

Immer mehr Menschen erkennen den Wert des Schlafes für Gesundheit und Leistungsfähigkeit, aber statt dem Schlaf mehr Zeit einzuräumen, versuchen wir ihn zu optimieren. Apps und Gadgets beschäftigen sich mit der Verbesserung des Schlafs, wobei es vor allem darum geht, die Schlafqualität zu verbessern und die Effizienz zu steigern und weniger darum, genügend zu schlafen.

Die Ausstellung «Schlaf gut» will den Schlaf von seinem schlechten Ruf befreien, den Besucher dazu animieren, sich dem Schlaf hinzugeben, sich verführen zu lassen und diesen wieder mehr zu schätzen. Sie zeigt den Schlaf als eine besondere, individuelle, sozial und kulturell eingebettete Bewusstseinsform menschlichen Daseins und betont die Selbstverständlichkeit sowie die existenzielle Bedeutung des Schlafs. Aktuelle Diskussionen der Schlafwissenschaft werden genauso thematisiert, wie die Mythen und die immer noch bestehenden Rätsel rund um den Schlaf.

 

Die Ausstellung zeigt Werke folgender Kunstschaffender: Susan Aldworth, Stefan Banz, Cosima von Bonin, Sophie Calle, Stefan DraschanChristoph Eberle, Manja Ebert, Ulrich Eller, Shilpa Gupta, Johannes Hüppi, San Keller, Jochen Kuhn,  Muda Mathis + Sus Zwick, Susan Morris, Jos Näpflin, Virgile Novarina, Ralf Peters, Marja Pirilä, Paul Maria Schneggenburger, Niels Tofahrn

 

Kuratorium: Vögele Kultur Zentrum, Simone Kobler, Prof. em. Theo Wehner, Ulrike Wehner

Szenografie: raumprodukt, Zürich