Gesichter sind die Basis für soziale Interaktionen: Wir sind auf die Reaktion des Gegenübers angewiesen, sowohl um uns bestätigt zu fühlen, aber auch um die Wirkung unseres Ausdrucks zu verstehen. Innert Sekunden erfassen wir nicht nur das Antlitz eines Menschen, sondern alle sich darin abspielenden Regungen. Durch das Lesen der Mimik unseres Gegenübers versuchen wir, Emotionen zu entschlüsseln. Und oftmals bilden wir uns auch ein (Vor-)Urteil über eine Person allein anhand von Gesichtsmerkmalen.

In Gesichter blicken wir nicht nur bei persönlichen Begegnungen. Auch in unserer Mediengesellschaft sind sie allgegenwärtig: in Zeitungen, auf Plakaten oder am Bildschirm. Politik und Wissenschaft, Technik und Werbung bemächtigen sich unseres Gesichts und versuchen, es für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Aber was kann das Gesicht tatsächlich über uns aussagen? Welche Regungen können wir kontrollieren und welche nicht? Und wem gehört unser Antlitz im Zeitalter der digitalen Medien? Die Ausstellung beleuchtet eindrücklich, welche entscheidende Rolle unser Gesicht im täglichen Miteinander spielt und regt an, das Gegenüber bewusster wahrzunehmen.

Die Ausstellung zeigt Werke folgender Kunstschaffender: Thorsten Brinkmann, Chuck Close, Moritz Fehr, Asta Gröting, Esther Honig, Shinseungback Kimyonghun, Paul Mobley, Tony Oursler, Giles Revell & Matt Willey, Reiner Roduner, Francois & Jean Robert, Samuel Salcedo, Mats Staub, Tom Stayte, Una Szeemann, Gabi Vogt und Andy Warhol.

 

«Faszination Gesicht» entstand nach einer Ausstellungsidee des Deutschen Hygiene- Museum Dresden. Beratung: Frau Dr. Prof. Sigrid Weigl.

Kuratorium: Vögele Kultur Zentrum, Sarah Wirth.

Szenografie: Schmauder Und, Zürich